Kino von Kindern für Kinder

23.03.2026

Von: Philipp Huch-Hallwachs - 1. Vorsitzender


Filmprojekt verbindet kulturelle Bildung, Bewegung und Mitbestimmung im Kindergarten



Im Rahmen eines zweiwöchigen medienpädagogischen Projekts Ende Januar verwandelte sich die Kath. Kindertageseinrichtung St. Monika in Überherrn zeitweise in einen lebendigen Erfahrungsraum rund um das Medium Film. Ziel des Projekts war es, Kindern frühzeitig kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, ihre Ausdrucksfähigkeit zu stärken und demokratische Entscheidungsprozesse erlebbar zu machen.

Grundlage der Projektarbeit war ein enger, kontinuierlicher Austausch mit den Erzieherinnen. Dabei wurden die jeweilige Aufmerksamkeitsspanne der Kinder, die bestehende Tagesstruktur, die Gruppendynamik sowie individuelle Persönlichkeiten berücksichtigt. Das Projektteam passte Ablauf und Inhalte flexibel an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder an. Die Teilnahme war freiwillig, die Ansprache erfolgte konsequent auf Augenhöhe. Im Mittelpunkt stand, dass sich die Kinder ernst genommen, angenommen und wohlfühlen und dass sie sich selbstbestimmt in das Projekt einbringen können.


Erste Workshopwoche: Filme erleben und kreativ umsetzen

In der ersten Woche sichteten die Kinder gemeinsam eine Auswahl kurzer Filme und nahmen erste Bewertungen vor. Jeder Film wurde durch ein kreatives sowie ein bewegungsorientiertes Begleitprogramm ergänzt. Die Kinder setzten ihre Eindrücke gestalterisch und körperlich um, etwa durch Malen, Basteln oder Bewegungsspiele. Diese Verbindung von Sehen, Kreativität und Bewegung wurde von den Kindern mit großer Freude angenommen und förderte eine intensive Auseinandersetzung mit den Filminhalten.


Zweite Workshopwoche: Mitbestimmung und Präsentation

Zu Beginn der zweiten Woche erhielten die Kinder – sowie an einem Nachmittag auch die Eltern – Einblicke in die Arbeitsweise eines Filmfestivals. Svenja Böttger und Julia von Knebel vom Max Ophüls Filmnachwuchs Festival erläuterten anschaulich, welche organisatorischen Aufgaben dazugehören, wie eine Preisverleihung abläuft und was eine Laudatio ausmacht.

Im weiteren Verlauf der Woche stand die Vorbereitung einer Kino-Vorstellung von Kindern für Kinder im Mittelpunkt. Auf Grundlage demokratischer Entscheidungsprozesse wählten die Kinder drei Filme aus und legten deren Reihenfolge fest. Dabei berücksichtigten sie bewusst das Alter der jüngeren Zuschauer. Die ausgewählten Filme wurden von den Kindern selbst präsentiert und durch kreative sowie bewegungsorientierte Elemente begleitet, die im Laufe der Workshops entstanden waren.


Erfolgreiche Zusammenarbeit im Bündnis

Das Projekt wurde von allen Bündnispartnern eng, zuverlässig und konstruktiv umgesetzt. Die Freie Kunstschule übernahm die Gesamtprojektleitung. Sie hatte das Kino-Projekt im Rahmen von „Kultur macht stark“, einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Förderprogramm, beantragt und durchgeführt. Förderer auf Bundesebene war der Bundesverband Jugend und Film e.V. mit seinem Programm „Movies in Motion – mit Film bewegen“.

Die Kindertageseinrichtung St. Monika stellte die Räumlichkeiten bereit, ermöglichte den Zugang zur Zielgruppe und unterstützte das Projekt sozialpädagogisch außerhalb des Regelbetriebs. Der gemeinnützige Kulturverein „KOMMkultur/SBS e.V.“ begleitete beratend die Filmauswahl und ermöglichte mit der Bereitstellung seines nicht kommerziell betriebenen Kinoraums ein besonderes Projekterlebnis mit authentischem Festivalcharakter.

Ein besonderer Dank galt auch der Abteilung Filmbildung und -vermittlung des DFF-Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V. Der Filmkatalog von Cinemini Europe wurde für diese frühkindliche Filmbildung als Grundlage genutzt.


Fazit

Das Projekt verdeutlichte, wie kulturelle Bildung, kreative Ausdrucksformen, Bewegung und demokratische Beteiligung bereits im frühen Kindesalter miteinander verknüpft werden können – und wie Kinder Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und ihre Perspektiven sichtbar machen.



 

Kontakt

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