Saarlouiser Aktivistinnen – Eine alternative Stadtführung

13.04.2018

Von: Anette Plewka


Im Rahmen des Osterferienprogramms der Kreisstadt Saarlouis fand erstmals eine alternative Stadtführung unter dem Motto „Saarlouiser Aktivistinnen“ statt. Geführt von Hella Arweiler, Mitglied im Frauenhistorischen Arbeitskreis des Lokalen Bündnisses für Familie Saarlouis, wurden in einer fast zweistündigen Exkursion Wirkungsstätten von Aktivistinnen und Feministinnen, die in der Stadt gewirkt habe, aufgesucht.



Exkursion zu Wirkungsstätten von Aktivistinnen und Feministinnen die in der Stadt Saarlouis gewirkt haben

In vielfältiger Art und Weise prägten Frauen die Geschichte der Kreisstadt Saarlouis. Ob in Politik, gesellschaftlichem Engagement oder Charity, haben Frauen wegweisende Entscheidungen in der Saarlouiser Stadtpolitik und Gesellschaft erbracht. Diese geschichtlichen Entscheidungen galt es bei der sehr kurzweiligen und interessamten Führung  kennenzulernen. Sei es das Wirken der Borromäerinnen Anfang des 19.  Jahrhunderts in der Stadt, die neben der Leitung eines Hospitals auch die erste Mädchenschulen in Saarlouis aufbauten und so die Grundlage für Bildung, Gesundheit, Pflege und Erziehung legten bis hin zu Margarte Bardo, die 10 Jahre den „Lothringer Hof“ leitete und sich für die Gleichstellung von Homosexuellen einsetzte und eine Vorkämpferin der „Ehe für Alle“ war. Zwei Frauen waren es, die in den 1960er Jahren das  Stadtbild „prägten“. Mary Lonsdorfer aus Lisdorf leitete zusammen mit ihren Schwestern ein Familienunternehmen und gehörte fünf Jahre dem Saarlouiser Stadtrat an. Sie initiierte damals den Bau des städtischen Altenheimes (heute AWO Sonnenresidenz) sowie den Bau der Stadtgartenhalle und des Hallenbades. Finanziert werden konnte der Bau des Altenheimes  aus dem Nachlass von Frau Elsa-Klara Schmidt, die nach dem Tod ihres Mannes die Donner-Brauerei in Saarlouis leitete. Viele weitere Lebensgeschichten von Aktivistinnen in Saarlouis lernten die Teilnehmerinnen kennen und werden zukünftig beim Gang durch die Kreisstadt Saarlouis auf viele Gebäude in der Stadt nun einen anderen Blick haben.


 

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